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ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Morsecode
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
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Der Morsecode (auch: Morsealphabet oder Morsezeichen genannt, selten geschrieben auch: Morsekode)cite-ref-1[1] ist ein frĂźher sehr gebräuchlicher Telegrafencode zur telegrafischen Ăbermittlung von Buchstaben, Ziffern und weiterer Zeichen. Er bestimmt das Zeitschema, nach dem ein diskretes Signal ein- und ausgeschaltet wird. Benannt ist er nach Samuel Morse, der jedoch nicht die heute gebräuchliche Form des Codes vorschlug, sondern eine deutlich davon abweichende Vorform desselben (siehe auch: Amerikanischer Morsecode).
In der Funktechnik bezeichnet man die Verwendung von Morsezeichen (unter Zuhilfenahme einer Morsetaste) auch als Funktelegrafie, Tastfunk oder kurz und prägnant als CW (Continuous Wave).
Contents
⢠Geschichte
⢠Ursprung
⢠Standardisierung
⢠SOS
⢠@-Zeichen
⢠Tonbeispiele
⢠Betriebstechnik
⢠Q-Gruppen
⢠CQ
⢠Koch-Methode
⢠Sonstiges
⢠Klopfmorsen
⢠Morsen im Film
⢠Morsen und Musik
⢠Morsen vs. SMS
⢠Trivia
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geschichte
â
Hauptartikel
:
Telegrafencode
Der 1837 vorgestellte Code kann als Tonsignal, als Funksignal, als elektrischer Puls mit einer Morsetaste Ăźber eine Telefonleitung, mechanisch oder optisch (etwa mit blinkendem Licht) Ăźbertragen werden â oder auch mit jedem sonstigen Medium, mit dem zwei verschiedene Zustände (wie etwa Ton oder kein Ton) eindeutig und in der zeitlichen Länge variierbar dargestellt werden kĂśnnen. Dieses Ăbertragungsverfahren nennt man Morsetelegrafie.
Das manchmal bei Notfällen beschriebene Morsen durch Klopfen an metallischen Verbindungen erfĂźllt diese Forderung daher nur bedingt, ist aber mit einiger Ăbung aufgrund des charakteristischen Rhythmus von Morsezeichen verständlich. Es ist abgeleitet von den âKlopfernâ aus der Anfangszeit der Telegrafentechnik, bestehend aus einem Elektromagneten mit Anker in einem akustischen Hohlspiegel. Beim Einschalten erzeugte er ein lautes und beim Abschalten ein etwas leiseres Klopfgeräusch. So konnte man den Klang der Morsezeichen schon vor der Erfindung des Lautsprechers selbst in grĂśĂeren Betriebsräumen hĂśrbar machen.
Ursprung
Samuel Morse erfand 1837 einen einfachen elektromagnetischen Schreibtelegrafen. Der verwendete Code umfasste bei ihm damals nur die zehn Ziffern. Die Ăźbertragenen Zahlen mussten mit Hilfe einer Tabelle in Buchstaben und WĂśrter Ăźbersetzt werden.
Alfred Lewis Vail, ein Mitarbeiter Morses, entwickelte ab 1838 den ersten Code, der auf Buchstaben basierte. Neben âPunktenâ ( ¡ ) und âStrichenâ ( â ) gab es bei ihm auch âverlängerte Stricheâ und sogar einen âextra-langen Strichâ, auĂerdem Pausen unterschiedlicher Längen innerhalb einzelner Buchstaben (Bild).
Im Jahr 1840 erweiterte Vail den Code um weitere Zeichen, um ihn mÜglichst allgemein verwenden zu kÜnnen. Er schätzte die Häufigkeit der Verwendung von Buchstaben in der englischen Sprache ab, indem er die beweglichen Lettern zählte, die er in den Setzkästen einer Lokalzeitung in Morristown, New Jersey fand.cite-ref-2[2] Dieser Code wurde ab 1844 betrieblich eingesetzt (als Morse Landline Code oder American Morse Code bei amerikanischen Eisenbahnen und den dortigen Telegrafenunternehmen bis in die 1960er-Jahre).
Standardisierung
Die unterschiedlich langen Pausen stellten eine Unzulänglichkeit des Codes dar, so dass Friedrich Clemens Gerke ihn 1848 zur Inbetriebnahme der elektromagnetischen Telegrafenverbindung zwischen Hamburg und Cuxhaven umschrieb. 1851 wurden die deutschen Umlaute (Ă Ă Ă) hinzugefĂźgt.cite-ref-3[3] Dieser Code wurde nach einigen weiteren kleinen Ănderungen 1865 auf dem Internationalen Telegraphenkongress in Paris standardisiert.cite-ref-4[4] Mit der EinfĂźhrung der drahtlosen Telegrafie wurde auch hier der Morsecode verwendet. Von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) wurde der internationale Morsecode erst 2004 in der ITU Recommendation ITU-R M.1677-0 festgelegt.cite-ref-1-5-0[5] Die derzeitige gĂźltige Version ist ITU-R M.1677-1 vom Oktober 2009.cite-ref-6[6]
Telegrafie Ăźber Leitungen
â
Hauptartikel
:
Elektrischer Telegraf
Morsetelegrafie wurde mit der EinfĂźhrung von Fernschreibern aus den Telegrafennetzen verdrängt. Im Funkbetrieb behielt sie aufgrund ihrer Einfachheit lange Zeit Bedeutung, jedoch wurden z. T. auch Fern- oder Hellschreiber eingesetzt, bis sie auch hier nach und nach durch andere Verfahren ersetzt wurde. Ein groĂes Einsatzfeld hatte sie noch im Seefunkverkehr, bis sie dort mit EinfĂźhrung des weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystems (GMDSS) zum 1. Februar 1999 ihre Bedeutung verlor.
Drahtlose Telegrafie
â
Hauptartikel
:
Funktelegrafie
Morsezeichen werden heute noch in der Luft- und Schifffahrt verwendet. Dabei ist zwischen der Nutzung von Lichtsignalen, z. B. zwischen Schiffen, und der Nutzung von elektromagnetischen Wellen (Funk) als Ăbertragungsmedium zu unterscheiden. In der Luft- und Seefahrt werden Ungerichtete Funkfeuer (engl. Non Directional Beacon, NDB) durch die Betriebsfrequenz und durch eine Morse-Kennung als Identification, (Id, dt. Kennung) identifiziert.
Bei Flugnavigationsfunkanlagen kann die Id bei einem NDB durch Tastung des Trägers (A1A) oder durch Tastung eines Tons auf einem amplitudenmodulierten Träger (A2A)) erfolgen. Bei anderen Flugnavigationsfunkanlagen, (D)VOR (en. (Doppler) VHF Omnidirectional Range), Instrumentenlandesystem (engl. Instrument Landing System â Localizer, ILSâLLZ), -Marker und -Locator wird ausschlieĂlich A2A genutzt. Beim DME (en. Distance Measuring Equipment) und TACAN (en. Tactical Air Navigation) wird der 1350âHz-Tastton durch Filterung aus hierfĂźr ausgesandten Identification-Pulsgruppen gewonnen. Beim Mikrowellenlandesystem (engl. Microwave Landing System, MLS) ist die Kennung Bestandteil des ausgesandten Datenformats und wird nicht gesondert als Signal abgestrahlt, sondern im Empfänger aus dem von der Bodenstation empfangenen Datenpaket generiert.
Zusätzlich zu den eigentlichen Navigationssignalen wird die Id einer Flugnavigationsfunkanlage mindestens alle 30 s bis 40 s ausgesendet. Die Id kann aus bis zu drei Zeichen bei einem NDB, TACAN oder (D)VOR bestehen und bis zu vier Zeichen bei einem ILSâLLZ, MLS und DME bestehen, zum Beispiel die IDs BAM ( â ¡ ¡ ¡ ¡ â â â ) beim VOR Barmen. Bei Markern des ILS werden nur Punkte, Striche oder alternierend Punkte und Striche ausgesendet.
Auch in der Seeschifffahrt finden Morsezeichen noch Anwendung: Radarantwortbaken antworten ebenfalls mit einem Echo, dem ihre Kennung in Morsecode aufmoduliert ist. Der Leuchtturm Kiel beispielsweise gibt alle 30 s das akustische Zeichen KI ( â ¡ â ¡ ¡ ). Ausbreitungsbaken auf Cubesat-Satelliten verwenden typischerweise ebenfalls Morsesignale.
Eingesetzt wird der Morsecode auch noch im Amateurfunk, was dann jedoch i. d. Regel nicht als Morsetelegrafie, sondern als Betriebsart âCWâ bezeichnet wird. Die Bezeichnung CW ist aber bei der ITU (en. International Telecommunication Union, dt. Fernmeldeunion) als Continious Wave definiert, d. h. die dauerhafte Aussendung eines unmodulierten Trägers oder NON, was bei der ITU die Bezeichnung fĂźr die Designation of Emission (DOE, dt. Bezeichnung der Aussendung) ist.
Im Amateurfunk wird Morsetelegrafie jedoch durch Ein/aus-Tastung eines Trägers mit A1A oder durch Tastung eines Tons bei Nutzung von SSB-Sendern (Single Side Band, Amplitudenmodulation mit einem Seitenband ohne Träger, DOE A3J) erzeugt, wodurch es sich bei CW-Telegrafie nicht um die dauerhafte Aussendung eines unmodulierten Trägers handelt.
In Deutschland war der Nachweis von Morsekenntnissen bei der Prßfung zur Erlangung einer Amateurfunklizenz bis 2003 vorgeschrieben, um die Amateurfunk in Deutschland zugewiesenen Frequenzbänder unterhalb 30 MHz (Kurzwellenfrequenzen) nutzen zu kÜnnen.
Im Dezember 2014 verkĂźndete die deutsche Kultusministerkonferenz, dass die Morsetelegrafie in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes im Sinne des Ăbereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wird.cite-ref-9[9] In seiner BegrĂźndung erwähnte die Deutsche UNESCO-Kommission die besondere Bedeutung der Funkamateure, die die Regeln und Gebräuche der Morsetelegrafie aufrechterhalten und so sicherstellten, dass die Formen und Funktionen der Anwendung lebendig bleiben.cite-ref-10[10]
Internationaler Morsecode
Die Ăbertragung von Morsetelegrafie verwendet in der einfachsten Version nur die EinâAustastung eines unmodulierten Trägers, genannt Modulationsart A1A oder A3J, bei EinâAustastung eines des Modulationstons bei Nutzung eines SSBâSenders. Bei beiden Varianten ist das vom Empfänger wahrgenommene Signal identisch, erfordert aber, da ein unmodulierter Träger keine demodulierbaren Signalanteile besitzt, zur Umwandlung des getasteten Trägers in TĂśne einen zusätzlichen BFO (en. Beat Frequency Oscillator, Schwebungsoszillator). Der Frequenzversatz des empfangenen Trägers zu der Frequenz des BFO auf der Zwischenfrequenz des Empfängers bestimmt die TonhĂśhe des getasteten Trägers.
Dadurch sind die Sender weitaus einfacher und vor allem energieeffizienter als Sender fßr die tÜnende Telegrafie z. B. A2A als andere Modulationsarten fßr die Funkkommunikation. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei A1A aufgrund der geringen Bandbreite sowohl bei ungßnstigem Signal-Rausch-Verhältnis als auch bei StÜrungen oder in anderen Signalen noch elektronisch dekodiert werden kann. Es wird jedoch nicht die Fähigkeit von erfahrenen Funkern erreicht, gezielt ein Morsesignal innerhalb von anderen Signalen oder innerhalb von StÜrungen wahrzunehmen.
Zeitschema und Veranschaulichung
Zur Visualisierung des Codes werden Punkt (¡) fĂźr den kurzen Ton, Strich (â) fĂźr langen Ton und Leerraum fĂźr Pause in unterschiedlicher Breite (zum Teil auch Komma oder Schrägstrich zur Worttrennung) genutzt. Zur akustischen Veranschaulichung und zu Lern- und Trainingszwecken werden die Sprechsilben di(t) (Punkt) und dah (Strich) verwendet (zur flĂźssigen Aussprache ist innerhalb von Zeichen di und am Zeichenende dit Ăźblich). Die Wortfolge Morse Code wird also z. B. so geschrieben
M O R S E C O D E
ââ âââ ¡â¡ ¡¡¡ ¡ â¡â¡ âââ â¡¡ ¡
Und als dahdah dahdahdah didahdit dididit dit, dahdidahdit dahdahdah dahdidit dit gesprochen.
Die Länge eines Dit bestimmt die Geschwindigkeit, mit der gesendet werden kann. Sie ist die grundlegende Zeiteinheit, auf die alle anderen Zeiten zurßckgefßhrt werden:
⢠Ein Dah hat eine Länge von 3 Dit.
⢠Die Länge der Pause beträgt:
⢠1 Dit zwischen TÜnen innerhalb eines Buchstabens,
⢠3 Dit zwischen Buchstaben innerhalb eines Worts sowie
⢠7 Dit zwischen WÜrtern.
FĂźr das folgende Beispiel âMORSE CODEâ ergibt sich dann dieses Zeitsignal (hierbei bedeuten = âSignal einâ und _ âSignal ausâ):
===_===___===_===_===___=_===_=___=_=_=___=_______===_=_===_=___===_===_===___===_=_=___=
â â â â â
Dah| | Dit Wortabstand
| Buchstabenabstand
Symbolabstand
Standard-Codetabelle
Hier ist eine Tabelle mit dem vollständigen Alphabet und anderen gebräuchlichen Zeichen. Eine Sonderstellung nehmen Funkverkehrszeichen (englisch Procedure signs or prosigns) ein. Diese werden stets ohne Pause zwischen den Morsezeichen der Buchstaben gefunkt, zum Beispiel ar (¡â¡â¡), das Ăźbrigens auch das Pluszeichen repräsentiert, als Kennzeichnung des Endes einer Nachricht.cite-ref-11[11]cite-ref-12[12] Um die fehlende Pause zwischen den Buchstaben hervorzuheben, sind diese hier und in der folgenden Tabelle â wie international Ăźblich â durch Ăberstreichung markiert.
Es gibt im Morsealphabet keine Unterscheidung zwischen GroĂ- und Kleinbuchstaben. Die âNullâ wird im Handschriftlichen mit einem Schrägstrich markiert (also geschrieben âĂâ wie das Zeichen fĂźr Durchschnitt), um Verwechslungen mit dem GroĂbuchstaben âOâ zu vermeiden (siehe auch: Funkerschrift).
SOS
â
Hauptartikel
:
SOS (Notsignal)
Im April 1904 wurde bei der deutschen Kaiserlichen Marine die Morsegruppe drei kurz, drei lang, drei kurz â â â âââ âââ âââ â â â (auch als didididahdahdahdididit ausgesprochen) als Notzeichen eingefĂźhrt; mit Wirkung vom 1. April 1905 wurde sie auch fĂźr den Ăśffentlichen Schiffsfunk in Deutschland vorgeschrieben.cite-ref-14[14] Diese auffällige Morsegruppe war als Notzeichen zur Unterbrechung des Funkverkehrs bestimmt und sollte wie ein Sirenenton alle anderen Funkstationen zur Funkstille auffordern. Sie war daher nicht als Anruf zu senden, sondern solange zu wiederholen, bis alle anderen Stationen den Sendebetrieb eingestellt haben. Danach sollte der Inhalt des Notrufs folgen.
@-Zeichen
Das At-Zeichen (@), auch Affenschwanz oder Klammeraffe genannt, wurde dem internationalen Morsealphabet erst im Mai 2004 von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) hinzugefĂźgt, damit kĂśnnen nun auch ohne inoffizielle Umwege E-Mail-Adressen gemorst werden. Es wird als A ohne Pause gefolgt von C gegeben (â âââ âââ â âââ â ). Diese zweite Aktualisierung des Morsecodes innerhalb von etwa vierzig Jahren geschah anlässlich seines 160-jährigen Bestehens. In der Praxis wird jedoch weiterhin oft die bisherige Alternative benutzt: A gefolgt von T, also âATâ.cite-ref-1-5-1[5]cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]
Die erste Aktualisierung des Morsecodes war die notwendig gewordene Unterscheidung zwischen âKlammer aufâ und âKlammer zuâ (davor gab es nur âKKâ, also âââ â âââ âââ â âââ ), die um 1960 herum eingefĂźhrt wurde. Dadurch bekam das bei Funkamateuren beliebte inoffizielle âKNâ offiziell eine andere Bedeutung.
Bedeutung der kurzen und langen Pausen
Es wird gelegentlich die Meinung vertreten, der Morsecode genĂźge nicht der Fano-Bedingung. Die Codierung fĂźr den Buchstaben E (âditâ) sei auch der Beginn der Codierung fĂźr die Buchstaben A (âdi-dahâ), F (âdi-di-dah-ditâ) usw. Das wĂźrde bedeuten, dass der Morsecode unbrauchbar wäre, weil man beispielsweise nicht unterscheiden kĂśnnte, ob der Buchstabe A oder die Zeichenfolge ET codiert wurde.
Der Morsecode verwendet jedoch Pausen unterschiedlicher Länge. Der Code jedes Zeichens wird mit einer langen Pause beendet, während die Signale, die zum Code eines Zeichens gehĂśren, durch kurze Pausen getrennt werden. Damit lässt sich die Codierung des Buchstabens A (kurzes Signal, kurze Pause, langes Signal, lange Pause: â âââ ) eindeutig von der Codierung der Zeichenfolge ET (kurzes Signal, lange Pause, langes Signal, lange Pause: â âââ ) unterscheiden. Weil der Code jedes Zeichens mit einer langen Pause endet, innerhalb des Codes eines Zeichens aber nur kurze Pausen vorkommen, kann kein Code der Anfang eines anderen sein. Die Fano-Bedingung ist also erfĂźllt.
Tonbeispiele
, AM-modulierte Kennung: LW, Code: â âââ â â â âââ âââ
(20 WĂśrter pro Minute, entspricht 100 Buchstaben pro Minute), Text und Code:
AAA
WIKIPEDIA DIE
FREIE ENZYKLOPAEDIE
AR
â âââ â âââ â âââ
â âââ âââ â â âââ â âââ â â â âââ âââ â â âââ â â â â â âââ âââ â â â â â
â â âââ â â âââ â â â â â â âââ â âââ âââ â â âââ â âââ âââ âââ â âââ â âââ â â âââ âââ âââ â âââ âââ â â âââ â âââ â â â â â
â âââ â âââ â
Geschwindigkeiten
Text und Code:
WIKIPEDIA DIE
FREIE ENZYKLOPĂDIE
â âââ âââ â â âââ â âââ â â â âââ âââ â â âââ â â â â â âââ âââ â â â â â
â â âââ â â âââ â â â â â â âââ â âââ âââ â â âââ â âââ âââ âââ â âââ â âââ â â âââ âââ âââ â âââ âââ â â âââ â âââ âââ â â â â â
Siehe auch Definition der Geschwindigkeit.
| Buchstaben pro Minute | WĂśrter pro Minute | Sekunden | Tonbeispiel |
|---|---|---|---|
| 0 40 | 0 8 | 42 | |
| 0 60 (MorseprĂźfung) | 12 | 28 | |
| 0 80 | 16 | 21 | |
| 100 | 20 | 17 | |
| 120 | 24 | 14 | |
| 440 ( Rekord ) | 88 | 5 | |
Die individuelle âHandschriftâ
Jeder Telegrafist, der eine Hubtaste (englisch straight key) nutzte, hatte seine individuellen Anschläge und Geschwindigkeiten, an denen er zuweilen von anderen wiedererkannt werden konnte â ähnlich der Einzigartigkeit einer Handschrift. Diese Tatsache berĂźcksichtigte die Kaiserlich Japanische Marine, um die USâamerikanische Fernmeldeaufklärung beim Angriff auf Pearl Harbor zu Ăźberlisten. Die Stammfunker der wichtigsten angreifenden Kriegsschiffe wurden versetzt und nahmen von anderen Sendern aus Routinebetrieb auf.
Dies gilt jedoch nicht beim Geben der Morsezeichen mit halbautomatischen Tasten (Bild) (englisch bug) oder mithilfe einer automatischen Taste (englisch paddle).
Durch Einsatz von Paddles mit zwei Hebeln, die eine elektronische Schaltung ansteuern (siehe auch: Keyer), erfolgt eine noch grĂśĂere Entlastung des Telegrafisten. Es erlaubt hĂśhere Tastgeschwindigkeiten, wobei die Länge der Punkte und Striche sowie die Pausen dazwischen automatisch den Vorgaben entsprechen. Allerdings kĂśnnen natĂźrlich weiterhin Gebefehler passieren, wodurch falsche Zeichen gegeben werden. Beim kurzen DrĂźcken des linken Paddels (Hebels) wird ein Punkt und beim kurzen DrĂźcken des rechten ein Strich ausgesendet. (Dies kann auch umgestellt werden.) Beim andauernden DrĂźcken des linken oder rechten Paddles werden dauerhaft Punkte bzw. Striche ausgesendet. Beim gleichzeitigen DrĂźcken werden abwechselnd Punkte und Striche ausgesendet, wobei der zuerst gedrĂźckte Hebel bestimmt ob das Morsezeichen mit einem Punkt oder einem Strich beginnt, bzw. beim Loslassen mit einem Punkt oder einem Strich endet (siehe auch: Automatische Morsetaste).
Ăbertragungstechnik
Morsezeichen werden optisch (Lichtmorsen) oder akustisch (GehĂśrmorsen bzw. GehĂśrlesen) wiedergegeben. Beim Lichtmorsen ist u. a. die Trägheit der Lichtquelle bzw. der Augen ein Problem. Eine GlĂźhlampe glĂźht nach dem Ausschalten noch nach, so dass die Morsezeichen am Ende âverwischenâ. Beim Morsen mit einer Rundumleuchte mit GlĂźhlampe (z. B. Topplicht) muss eine entsprechend langsame Ăbertragungsgeschwindigkeit gewählt werden. Eine Alternative stellen Leuchtmittel mit geringerer Trägheit wie LED-Leuchtmittel dar.
Um der Trägheit bei GlĂźhlampen entgegenzuwirken, wurden Morsescheinwerfer mit einer Blende vor der Lichtquelle entwickelt. Die GlĂźhlampe bleibt ständig an, wird aber durch einen Verschlussmechanismus entsprechend abgedunkelt oder geĂśffnet. Diese SchlieĂklappen werden auch als Blinker bezeichnet. Die Morsesignale werden so allerdings nicht mehr rundherum, sondern nur noch in eine bevorzugte Richtung ausgestrahlt.
Betriebstechnik
â
Hauptartikel
:
Amateurfunkbetriebstechnik
und
Funkverkehrszeichen
Die Morseschrift dient zur schriftlichen Fixierung oder Darstellung von Texten, die im Morsealphabet ßbermittelt werden. Am Ende eines Buchstabens wird ein Schrägstrich, am Ende eines Wortes zwei Schrägstriche, am Ende eines Satzes werden drei Schrägstriche gesetzt. Am Ende eines Absatzes stehen vier Schrägstriche.
Q-Gruppen
â
Hauptartikel
:
Q-SchlĂźssel
Durch die Verwendung der sogenannten Q-Gruppen (Q-SchlĂźssel) wird die Ăbertragung beschleunigt. Auch sind dadurch internationale NachrichtenĂźbertragungen ohne Kenntnis der jeweils anderen Sprache mĂśglich.
CQ
Anruf (Beispiel):
< cq cq cq de dl1xyz dl1xyz dl1xyz pse k
ââ˘ââ˘Â âââ˘â  ââ˘ââ˘Â âââ˘â  ââ˘ââ˘Â âââ˘â  ââ˘â˘Â â˘Â  ââ˘â˘Â â˘ââ˘â˘Â â˘ââââ ââ˘â˘â ââ˘ââ âââ˘â˘Â  ââ˘â˘Â â˘ââ˘â˘Â â˘ââââ ââ˘â˘â ââ˘ââ âââ˘â˘Â  ââ˘â˘Â â˘ââ˘â˘Â â˘ââââ ââ˘â˘â ââ˘ââ âââ˘â˘Â  â˘âââ˘Â â˘â˘â˘Â â˘Â  ââ˘â
< Bedeutung: Allgemeiner Anruf von dl1xyz â bitte kommen âŚ
Ăbertragungsrate
Die Ăbertragungsrate beim Morsen wird in Buchstaben pro Minute (BpM) oder in WĂśrtern pro Minute (WpM) gemessen, wobei ein âWortâ 5 Buchstaben entspricht. Seinen Ursprung hat die Zählung in âWĂśrternâ in der Gewohnheit, der besseren Lesbarkeit wegen, die endlosen Buchstabenkolonnen chiffrierter Militärtexte in Gruppen zu 5 Buchstaben zusammenzufassen, den sogenannten FĂźnfergruppen (Bild). Die Frage von BpM oder WpM ist reine Geschmackssache, jedoch existiert eine Art Gewohnheit: Funkamateure in Europa z. B. verwenden in der Regel BpM, die in den USA WpM.
Da nicht alle Buchstaben gleich lang sind und beim Morsen daher unterschiedlich lange dauern, wäre die Angabe in BpM allein sehr unpräzise. Zur Geschwindigkeitsmessung wurde deshalb als Referenz das Wort PARIS ausgewählt. In ihm kommen kurze wie lange Buchstaben gleichermaĂen vor. In seinem Zeitbedarf bei der Ăbermittlung bildet das Wort PARIS ( ¡ â â ¡ ¡ â ¡ â ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ) daher einen Mittelwert. Gibt man in einer Minute das Wort PARIS mit seinen 5 Buchstaben 12âmal, also mit 12 WpM, so ist die Geschwindigkeit 60 BpM.
Das Wort PARIS (inklusive der nachfolgenden WortlĂźcke) hat die Länge von 50 Dits (s. o., Beispiel: das E besteht aus zwei Dits: Punkt + Pause). Je hĂśher die Ăbertragungsrate, desto kĂźrzer die Dits. 1 WpM entspricht 50 Dits pro Minute, folglich:
| Ăbertragungsrate [WpM] | Länge eines Dits [ms] | â BpM |
|---|---|---|
| 0 1 | 1200 | 00 5 |
| 0 5 | 0 240 | 0 25 |
| 12 | 0 100 | 0 60 |
| 20 | 00 60 | 100 |
| 50 | 00 24 | 250 |
Anfänger kommen kaum Ăźber 5 WpM hinaus. Das liegt daran, dass Buchstaben und Zeichen nicht als Einheit wahrgenommen werden â vergleichbar einem LeseâAnfänger, der sich die Wortbedeutungen mĂźhsam Ăźber einzelne Buchstaben erschlieĂt.
Die PrĂźfungsgeschwindigkeit fĂźr Funkamateure betrug 12 WpM. Mit viel Ăbung Ăźberschreitet man die 20âWpM-Marke, sehr gute Funker schaffen Ăźber 50 WpM. Der Weltrekord beim Morsen (Mitschrift von FĂźnfergruppen Buchstaben) liegt bei 88 WpM (440 Buchstaben pro Minute), siehe Schnelltelegrafie.
Beim Lichtmorsen (also beim Morsen mit Lichtsignalen) z. B. zwischen zwei Schiffen auf See beträgt die Ăbertragungsgeschwindigkeit rund 8 WpM (40 BpM), bei Signälern âBlinkisâ der Bundesmarine. Zum Vergleich: Ein Nachrichtensprecher Ăźbermittelt 100 bis 200 WĂśrter pro Minute, eine ISDN-Datenleitung ca. 50.000 WĂśrter pro Minute.
Morsezeichen erkennen lernen
Koch-Methode
1936 publizierte Ludwig Koch eine damals neue Methode, Morsen zu lernen.cite-ref-17[17] Vorher Ăźblich war die Methode, die wir heute âFarnsworthâ nennen: Dabei wurden Zeichen schnell gegeben, damit sie sich schon wie später anhĂśren, aber durch längere Pausen wurde zunächst ein langsameres Tempo von effektiv z. B. 5 WpM angeschlagen, um den Lernenden entgegenzukommen. Es war damals als Schwierigkeit dieses Verfahrens bekannt, dass bei etwa Tempo 10 WpM ein Plateau, eine âgläserne Deckeâ entsteht, die mĂźhsam im Laufe etlicher Lektionen zu durchbrechen ist. Kochs Analyse des Problems: â... Während ... [der anfänglich] langen Pausen zwischen den einzelnen Klangbildern gewĂśhnt sich ... der Lernende das Nachdenken Ăźber das verklungende Klangbild an. Mit zunehmendem HĂśrtempo verkĂźrzt sich aber die Pause ... mehr und mehr und schlieĂlich wird ... ein Tempo erreicht, bei dem ... das Nachdenken Ăźber das soeben gehĂśrte Morsezeichen ... unmĂśglich geworden ist. Dieser Fall tritt bei einem HĂśrtempo ein, das um ... [10 WpM] schwankt...â.(Seite 30cite-ref-0-18-0[18]) Koch fand in vielen Versuchskursen heraus, dass 12 WpM (ohne zusätzliche Pausen) ein gutes Tempo fĂźr den Einstieg ins Morsen ist. Dieses noch moderate Tempo ist schnell genug, um die Bildung erwĂźnschter Automatismen und Reflexe im Gehirn zu erzwingen. Praktisch werden bei der Koch-Methode anfangs nur zwei Zeichen geĂźbt, die nicht ähnlich klingen, z. B. L und M. Hat die Gruppe der Lernenden 90 % der aus diesen zwei Zeichen gebildeten FĂźnfergruppen richtig mitgeschrieben, wird das dritte Zeichen hinzugenommen. Nun werden alle drei Zeichen so lange geĂźbt, bis wieder 90 % richtig aufgenommen wurden. Dann kommt ein viertes Zeichen hinzu und so weiter. Auf diese Weise werden nach und nach alle Zeichen bei einem konstanten Tempo von 12 WpM hinzugefĂźgt, bis alle beherrscht werden. Da von vorneherein auf Automatismen hin gelernt wird, stellt es anschlieĂend keine besondere Schwierigkeit dar, das Tempo durch weitere Ăbung zu erhĂśhen. Koch rät davon ab, mit einem schnelleren Tempo als 12 WpM zu beginnen: Das verlangt zu hohe Konzentration und insgesamt wird das schnellere Tempo dadurch langsamer erreicht.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]cite-ref-21[21]cite-ref-0-18-1[18]
Erkennen (Decodieren) von Morsezeichen
FrĂźher wurde zum Lernen der Morsezeichen fĂźr Anfänger eine alphabetische Auflistung der Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen verwendet (wie die oben dargestellte Standard-Codetabelle). Daraus musste er die Punkt-Strich-Folgen (Signalfolgen) entnehmen, die er âgebenâ muss. Als Hilfsmittel gab es MorsemerkwĂśrter, die in der Anfangsphase das Lernen erleichtern sollten.
Dazu kam noch der umgekehrte Weg, nämlich das Erkennen der Morsezeichen. Dieses Erkennen ist ein Decodieren der Morsezeichen, es ist fĂźr Funker und Lichtmorser kein Problem, weil bei ihnen das HĂśren bzw. Sehen und Erkennen der gesendeten Morsezeichen automatisch erfolgt, es ist ihnen in Fleisch und Blut Ăźbergegangen. Sie haben das âHĂśrenâ und âSehenâ geĂźbt und gelernt.
Der Anfänger bräuchte jedoch zur Decodierung der Signal-Folge eines ßbertragenen Zeichens eine invers geordnete Morsetabelle. Die oben gezeigte alphabetisch geordnete Tabelle ist dafßr nicht geeignet, weil bei jedem Morsezeichen das ganze Alphabet durchsucht werden muss, ob die gesuchte Signal-Folge dabei ist und zu welchem Morsezeichen sie gehÜrt.
Die im Bild rechts gezeigte Morsetafel ist invers nach Signal-Folgen geordnet. Sie besteht aus zwei binären Bäumen, wobei der eine die Wurzel âPunktâ und der andere die Wurzel âStrichâ hat. Diese beiden Wurzeln befinden sich links oben in der Morse-Tafel. Der jeweilige Baum verzweigt sich Ăźber 6 bis 8 Ebenen, wobei an den Knoten die Bezeichnung des Morsezeichens steht, das von der Wurzel bis zu diesem Knoten reicht.
Bei der Decodierung ging man von der jeweiligen Wurzel (Punkt oder Strich) links oben aus und folgt den Verzweigungen, bis das Morsezeichen âabgearbeitetâ war. Dort am Knoten steht dann die Bezeichnung (Buchstabe, Ziffer, Sonderzeichen).
Eine ebenfalls auf Knotenpunkten basierende Darstellung hat die alternative Wernicke Morse Table. Diese unterscheidet sich in der strukturellen Gruppierung von Buchstaben, Zahlen, Umlauten, Ligaturen, diakritischen und Sonderzeichen als auch Signalen.cite-ref-22[22]
Sonstiges
Klopfmorsen
In der FrĂźhzeit der Telegraphie, vor Einsatz von Lautsprechern und Sinustongebern oder wenn die Leitungen fĂźr TonĂźbertragungen zu lang waren â Verstärker waren noch unbekannt â, wurden die Zeichen allein durch Drehspulausschläge bei geschlossenen oder geĂśffneten Kontakten identifiziert beziehungsweise bei genĂźgend Stromfluss durch âKlopferâ hĂśrbar gemacht, einen Elektromagneten mit Anker an einem Klangblech. Zwei kurz aufeinanderfolgende Knackimpulse standen dabei fĂźr einen Punkt, länger auseinanderliegende Knackimpulse fĂźr einen Strich. Die letzten bekannten Verwendungen fand die Technik in Ăberlebens-Ausbildungsprogrammen der USâNavy. Diese Methode, mit reinen Klopfzeichen Buchstaben zu Ăźbermitteln, Klopfcode genannt, findet im Gefängnismilieu unter den Gefangenen Anwendung. Sie wird in der Gaunersprache Kaspern genannt.cite-ref-23[23]
Morsen im Film
In vielen (Kino-)Filmen werden Morsesignale gerne verwendet, um âgeheimeâ Kommunikation darzustellen. Zwischen den hĂśrbaren Zeichen und dem Inhalt, den die Darsteller aus den Zeichen ablesen, besteht jedoch meist kein Zusammenhang: Aus wenigen Morse-Buchstaben entstehen teilweise längere Nachrichten, die viele WĂśrter und Sätze umfassen. Oft werden im Film auch gerne Nachrichten per Morsecode als Klopfzeichen Ăźbermittelt (etwa von Zelle zu Zelle im Gefängnis). Man kann zwar nicht âlangâ oder âkurzâ klopfen, in diesem Fall zählt daher die Pause zwischen den einzelnen Klopfzeichen (siehe auch: Klopfmorsen oben). Unterschiedliche Klopfgeräusche wären auch eine MĂśglichkeit oder eben gleich ein Klopfzeichen-Alphabet (zum Beispiel Polybios-Chiffre).
Morsen in HĂśrfunk und Fernsehen
In den 1920er-Jahren nutzten HĂśrfunksender Morsecode als Pausen- und Erkennungszeichen, beispielsweise Berlin (B âââ â â â ), Hamburg und seine Nebensender (HA â â â â â âââ u. a.), Frankfurt (F â â âââ â ), MĂźnster (MS âââ âââ â â â ) oder Graz (G âââ âââ â ). FĂźr Kurz und Lang wurden auch unterschiedliche TonhĂśhen gebraucht; ein sehr bekanntes Beispiel hierfĂźr war die Verwendung des Buchstabens V (â â â âââ als Hâ-Hâ-Hâ-E) fĂźr âVictoryâ bzw. âVrijheidâ durch den Europadienst der BBC im Zweiten Weltkrieg. Dies wurde auch als Reverenz an den sehr ähnlich klingenden Rhythmus des Kopfmotivs des ersten Satzes von Beethovens 5. Sinfonie (g-g-g-es) verstanden.cite-ref-24[24] Der Vorspann der WDR-HĂśrfunksendung ZeitZeichen beinhaltete Ăźber lange Zeit das gemorste Wort âZeitzeichenâ.cite-ref-25[25]
Einige Fernsehsendungen verwendeten Morse-Signale, oft als Jingles, eingebettet in eine Musik. Zu Beginn der Nachrichtensendung heute des ZDF erklang von 1984/85 bis 1998 der Morsecode fĂźr das Wort âheuteâ (â â â â â â â âââ âââ â ).cite-ref-26[26] Nach der ARD-Tagesschau wurde der Wetterbericht von 1960 bis 1993 mit der Q-Gruppe âQAMâ (âââ âââ â âââ â âââ âââ âââ ) fĂźr âWetterberichtâ beendet.cite-ref-27[27] Reaktiviert wurde das Wetter-Signal âQAMâ von Radio 700 im Jahr 2008 und von SWR1 Rheinland-Pfalz 2009.cite-ref-28[28] Als Titelmusik der ARD-Sendung Im Brennpunkt erklang Astronomy Dominecite-ref-29[29] mit einer Imitation von Morsecode (siehe Abschnitt #Morsen und Musik).
Eine Parodie brachte Dieter Hallervorden in der Fernsehserie Nonstop Nonsens (Funkerkongress, 1976).cite-ref-30[30]
Morsen und Musik
StĂźcke aus dem Bereich der experimentellen E-Musik mit Morsesignalen sind Wireless fantasy von Vladimir Ussachevski (1960)cite-ref-33[33] und Kurzwellen von Karlheinz Stockhausen (1968).cite-ref-34[34]
Eine Imitation von Morsecode enthält das Stßck Astronomy Domine von Pink Floyd (1967).cite-ref-35[35] In der Folgezeit haben weitere Pop-Musiker den Morsecode fßr sich entdeckt, zum Beispiel Kraftwerk mit Radio-Aktivität (1975),cite-ref-36[36] The Alan Parsons Project mit Lucifer (1979)cite-ref-37[37]cite-ref-dk5ke-32-1[32] oder Rush mit YYZ (1982).cite-ref-38[38]
Bisweilen werden in den StĂźcken auf diese Weise Nachrichten versteckt, beispielsweise in dem Lied In the Name of God von Dream Theater, dessen versteckter Morsecode erst etliche Monate nach VerĂśffentlichung der CD entdeckt wurde. Reinhard Mey sendet eine eher offensichtliche Morsebotschaft am Ende seines Liedes Das Narrenschiff. Auf dem Album Amarok des Musikers Mike Oldfield findet sich ein gemorster âAbschiedsgruĂâ an den Inhaber seiner bisherigen Plattenfirma: âFuck off RBâ. Mit RB ist Richard Branson, der Besitzer von Virgin Records, gemeint. Slipknot verwendet den Morsecode in Birth of the Cruel. Der Liedtitel wird als âbirth/of/the/cruelâ als typisch fĂźr Morsezeichen klingende PfeiftĂśne gespielt.
In seinem StĂźck Communication morst der Jazz-Musiker Slim Gaillard den allgemeinen Anruf âCQâ im Refrain. Im Thema der Titelmelodie zu Mission Impossible finden sich mit âdah-dah di-dit dah-dah di-dit âŚâ die Anfangsbuchstaben des Films, beziehungsweise der Serie, MI MI ⌠in der Musik wieder.
Morsen in der Science-Fiction-Literatur
In vielen Szenarien der Zukunftsliteratur droht ein Weltuntergang, den ein Held aufzuhalten versucht. In einigen Fällen erhält er geheime oder codierte Warnungen, die aus der Zukunft kommen, so zum Beispiel in dem Science-Fiction-Thriller Der Tomorrow Code, in dem zwei neuseeländische Teenager per Morsecode verschlßsselte Warnungen aus der Zukunft erhalten.
Morsen vs. SMS
In der NBC-Fernsehreihe The Tonight Show with Jay Leno am 13. Mai 2005 gab es einen kleinen Wettbewerb, um festzustellen, ob SMS-Eingabe oder Morsen schneller ist. Hierbei traten zwei Jugendliche gegen zwei Funkamateure an. Die beiden Funkamateure, die sich seit 38 beziehungsweise 43 Jahren damit beschäftigt hatten, waren schneller als die Jugendlichen.cite-ref-39[39]
Morsen und Handy-KlingeltĂśne
Ein bekannter Morse-Klingelton ist der bei Nokia verwendete SMS-Ton âSpezialâ (in Lautschrift âdididit dahdah dididitâ), der â entsprechend seinem Einsatzzweck â die Buchstabenfolge SMS (â â â âââ âââ â â â ) symbolisiert. Das sollte keinesfalls mit dem Morsecode fĂźr SOS (â â â âââ âââ âââ â â â âdidididahdahdahdididitâ) verwechselt werden. Ein weiterer Morse-Klingelton (ebenfalls von Nokia) ist âconnecting peopleâ als Weckersignalisierung.cite-ref-40[40]
Spuren auf dem Mars
Der Mars-Rover Curiosity â gebaut vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) â rollt auf Reifen, deren Profil jeweils die Morsezeichen fĂźr J, P und L in den Boden drĂźcken.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42] Die Reifenspuren dienen dem Erkennen der Fortbewegung insbesondere bei optisch ohne diese ReifenabdrĂźcke recht eintĂśnigem Boden. Erkennbar an der Spur werden die Orientierung des Fahrzeugs und das MaĂ des Durchrutschens von Reifen, mit dem Ziel das Fahren effizienter zu gestalten.cite-ref-43[43]
Morsen und Schifffahrt
In der Seefahrt gibt es Kennungen, die Lichtphasen entsprechend einem Buchstaben des Morsealphabets abgeben. Beispielsweise morst eine Tonne mit der Bezeichnung âMo (A) 8sâ das Zeichen âAâ (â âââ ) mit einer Wiederkehr alle 8 Sekunden. Das SPM BĹŤtingÄ zeigt den Morsecode â â âââ âUâ (Mo(U).Y.8s).
Auch Nebelhorn-Signale von LeuchttĂźrmen oder Häfen werden oft mit einem unterscheidbaren Morsesignal abgegeben. Oft ist es der erste Buchstabe des Ortes oder der Station. Schiffe verwenden die in den KollisionsverhĂźtungsregeln festgelegten Schallsignale, um bei schlechter Sicht Kollisionen zu vermeiden. Segelschiffe etwa morsen den Buchstaben âDâ âââ â â in regelmäĂigen Abständen.
Des Weiteren gibt es Radarantwortbaken, die auf ein empfangenes Radarsignal einen Kennbuchstaben morsen.
Morsen in der Luftfahrt
In der Luftfahrt werden Flugnavigationsfunkanlagen wie z. B. NDB (en. Non Directional Beacon) ILS (en. Instrument Landung System, dt. Instrumentenlandesystem), (D)VOR (en. (Doppler) VHF Omnidirectional Range, dt. (Doppler) Drehfunkfeuer), DME (Distance Measuring Equipment), und TACAN (en. Tactical Air Navigation) eine Kennung (en. Identification, Id) in Form von bis zu 4 Zeichen im Morsecode zugeordnet. Die Kennung wird entweder durch AbhÜren des Morsecodes zur Verifizierung, dass die richtige Flugnavigationsanlage eingewählt worden ist, oder durch elektronische Erkennung der Kennung in den Flugnavigationsempfängern dekodiert und mit anderen Daten per Datenbus an das FMS (Flight Management Systems) weitergesendet.
Morsen und Telefon
Morsen in der Schmuckindustrie
Heute findet der Morsecode auch in der Kunst, wie beispielsweise in der Herstellung und des Designs von Schmuckstßcken aller Art gerne Verwendung. So werden beispielsweise verschiedene Perlenlängen genutzt, um die kurzen und langen Morsesignale abzubilden und versteckte Nachrichten auf Schmuckstßcken abzubilden.cite-ref-44[44]
Morsecode-Palindrome
â
Hauptartikel
:
Abschnitt "Morsecode-Palindrome" im Artikel "Palindrom"
Beispiele fĂźr Morsecode-Palindrome, die in lateinischen Buchstaben keine Palindrome mehr ergeben, sind du (âââ â â â â âââ ) oder an (â âââ âââ â ).
Trivia
Die Ăśsterreichische Musikgruppe Allerseelen verwendete Morsecodes in ihrem Haiku-Lied Ein Specht klopft aufs Holz. In diesem Lied funken Spechte den Text des Haiku in Morsecodes.cite-ref-45[45]
Literatur
⢠William G. Pierpont (N0HFF): Die Kunst der Radiotelegrafie â Ein Handbuch zum Erlernen, Anwenden, Meistern und GenieĂen des internationalen Morsecodes als Kommunikationsmittel. (PDF; 3,7 MB) 3. Ăźberarb. Auflage. 19. Juli 2001, aus dem Amerikanischen von Olaf Rettkowski, DL9AI, 17. Mai 2007, Originaltitel: The Art and Skill of Radio-Telegraphy. â Dieses Buch darf frei verbreitet werden (siehe Vorwort) und ist in mehreren Sprachen erhältlich.
⢠Rudolf GrĂśtsch: Richtig morsen â Ein Leitfaden fĂźr den Morseunterricht. 11. erw. Auflage. Jakob Schneider Verlag, Berlin-Tempelhof 1964.
⢠Oberkommando der Wehrmacht: Vorschrift H.Dv. 426, L.Dv. 407 â Anleitung fĂźr die Ausbildung im Morsen. 1941.
⢠Wolfgang Buddrus: Das waren Funker: Erinnerungen an einen vergangenen Beruf. 3. Auflage. Books on Demand, 2014, ISBN 978-3-7322-7235-8.
Weblinks
Commons
: Morsecode
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Morsecode
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Literatur von und ßber Morsecode im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Recommendation ITU-R M.1677-1. (PDF; 1,4 MB) Spezifikation des Morsecodes
⢠AGCW-DL e. V. â Arbeitsgemeinschaft Telegrafie
⢠Text zu Morse & Morse zu Text Converter
⢠CW Player zum Empfangen, Senden und Lernen
Einzelnachweise
cite-note-11. â wikt:Morsecode
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cite-note-33. â Deutsch-Ăsterreichischer Telegraphenverein, 1851. The Deutsch-Ăsterreichischer Telegraphenverein officially adopted Gerke's redaction / revision of Morse code in 1851.
cite-note-44. â Règlement de service international (Paris 1865), § VII.
cite-note-1-55. â ITU Recommendation, ITU-R M.1677, International Morse code, 2004. (itu.int [PDF]).
cite-note-66. â ITU Recommendation, ITU-R M.1677-1, International Morse code, Oktober.2009. (itu.int [PDF]).
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cite-note-2626. â nach Geschichte der ZDF Heute-Intros: 1973 â â â â â (Imitation eines Fernschreibers?) 1984 â â â â â â â âââ âââ â ; siehe auch Die Entstehung der (korrekten) Morse-Melodie der heute-Nachrichten [1984] (âheĂźeâ â â â â â â â âââ âââ â ) 1985 â â â â â â â âââ âââ â (âheuteâ; 3 Sekunden) 1998 â â â â â â â â â â (âheseeâ; 2021 komprimiert auf 2 Sekunden)
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cite-note-dk5ke-3232. â Ludwig Szopinski (DK5KE): Morsezeichen ohne Funk â Ein besonderes Stilmittel in der Musik. In: DK5KE Morsetelegrafie â Musik mit Morsezeichen. Online auf QSL.net, abgerufen am 24. Dezember 2016.
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cite-note-3636. â Kraftwerk: Radioaktivität (radioactivity â âââ â â âââ âââ â â â â âââ âââ âââ â âââ âââ â âââ â âââ â â â â â âââ â â âââ âââ â âââ âââ )
cite-note-3737. â Alan Parsons Project: Lucifer (insbesondere der Albumtitel Eve â â â â âââ â )
cite-note-3838. â YYZ (âââ â âââ âââ âââ â âââ âââ âââ âââ â â ), IATA-Flughafencode fĂźr Toronto-Pearson
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